Geschrieben von Will Tucker
So zeichnen Sie Ihren Android-Bildschirm mit internem Audio auf (und teilen ihn mit StreamYard)
Zuletzt aktualisiert: 2026-01-15
Für die meisten Nutzer in Deutschland ist der einfachste Weg, den Android-Bildschirm mit internem Audio aufzuzeichnen, die Verwendung des integrierten Bildschirmrekorders Ihres Telefons oder einer vertrauenswürdigen Recorder-App, die internes Audio unter Android 10+ unterstützt. Wenn Sie präsentationsgeführte Aufnahmen erstellen möchten, die Sie wiederverwenden, branden und überall teilen können, ist es praktisch, Ihr Android mit scrcpy auf einen Laptop zu spiegeln und dann über StreamYard aufzuzeichnen und zu bearbeiten.
Zusammenfassung
- Android 10+ ermöglicht es Apps, internes Audio aufzuzeichnen, aber jede App und jeder Gerätehersteller steuert, ob dieses Audio tatsächlich verfügbar ist.
- Viele moderne Android-Smartphones (und einige Drittanbieter-Apps) können Bildschirm und Systemton ohne Root aufzeichnen, das Verhalten variiert jedoch je nach Gerät.
- Für professionelle, präsentationsgeführte Videos ist ein zuverlässiger Workflow: Android mit scrcpy auf den Desktop spiegeln, Bildschirm + Audio in einem StreamYard-Studio aufnehmen und dann exportieren.
- Alternativen wie OBS und Loom können in Spezialfällen helfen, aber StreamYard bietet meist den reibungslosesten Weg von der Rohaufnahme zum fertigen, teilbaren Inhalt für Teams.
Was zählt eigentlich als „internes Audio“ auf Android?
Wenn von „internem Audio“ die Rede ist, sind meist die Töne aus Ihren Apps oder Spielen gemeint (Medien, Systemtöne, Musik), nicht das Mikrofon.
Ab Android 10 hat Google die AudioPlaybackCapture API eingeführt, sodass Apps Audio von anderen Apps aufnehmen können, sofern die Berechtigungen und App-Richtlinien dies erlauben.(Android Developers) Vereinfacht gesagt: Ihr Telefon kann einem Bildschirmrekorder erlauben, den Systemton direkt aufzunehmen, ohne dass dieser über das Mikrofon zurückgeführt werden muss.
Dabei gibt es zwei große Einschränkungen:
- App-Kontrolle: Jede App kann sich gegen die Aufnahme entscheiden. Wenn eine Video- oder Musik-App die Aufnahme blockiert, erhalten Sie nur Stille oder Mikrofon-Audio, egal welchen Rekorder Sie verwenden.(Android Developers)
- Geräteunterschiede: Gerätehersteller legen eigene Einstellungen über Android. Deshalb bietet ein Smartphone vielleicht einen praktischen „Medien“- oder „Medien und Mikrofon“-Schalter im Bildschirmrekorder, während ein anderes Audiooptionen komplett versteckt.(The Verge)
Das große Fazit: Interne Audioaufnahme ist auf Betriebssystemebene erlaubt, aber nicht für jede App oder jedes Gerät garantiert.
Wie nimmt man den Android-Bildschirm mit internem Audio ohne Root auf?
Wenn Ihr Ziel ist: „Auf Aufnahme drücken, Bildschirm + Systemton erhalten“, beginnen Sie mit den bereits integrierten Möglichkeiten.
Schritt 1: Prüfen Sie den nativen Bildschirmrekorder Ihres Telefons
Auf den meisten aktuellen Android-Smartphones in Deutschland:
- Öffnen Sie die Schnelleinstellungen (zweimal von oben nach unten wischen).
- Suchen Sie nach Bildschirmaufnahme oder Bildschirmrekorder.
- Tippen Sie darauf und öffnen Sie ggf. die Audiooptionen.
- Wählen Sie, falls verfügbar, Medien oder Medien und Mikrofon.
- Starten Sie die Aufnahme und öffnen Sie dann Ihre App oder Ihr Spiel.
Einige Geräte (Samsung, Google Pixel und andere) lassen Sie explizit zwischen „keine“, „Medien“ oder „Medien und Mikrofon“ als Audioquelle für Bildschirmaufnahmen wählen.(The Verge) Wenn Sie diese Optionen sehen, wählen Sie Medien für reinen Systemton oder Medien und Mikrofon, wenn Sie kommentieren möchten.
Falls der native Rekorder Ihres Telefons keine internen Audiooptionen bietet, können Sie:
- Eine seriöse Recorder-App aus dem Play Store ausprobieren, die explizit internes Audio auf Android 10+ unterstützt (für Spiele zeigt z. B. das Mobizen Help Center die Aufnahme von internem Ton auf Android 10+). (Mobizen Help)
- Prüfen, ob die App, die Sie aufnehmen möchten, überhaupt aufgezeichnet werden darf (einige Videodienste deaktivieren dies aus DRM-Gründen).
Für kurze Clips oder den privaten Gebrauch reicht dieser „nur auf dem Gerät“-Weg meist aus.
Wie nimmt man den Android-Bildschirm mit internem Audio über scrcpy auf?
Wenn Sie mehr Kontrolle, bessere Mikrofonqualität oder eine spätere Bearbeitung und Wiederverwendung wünschen, ist das Spiegeln Ihres Telefons auf einen Laptop eine starke Lösung.
Ein gängiges Tool dafür ist scrcpy, ein kostenloses Open-Source-Programm, das Ihren Android-Bildschirm auf den Desktop spiegelt und auf Geräten mit Android 11+ auch Audio weiterleiten kann.(scrcpy docs) Unter Android 12 und neuer funktioniert die Audio-Weiterleitung meist „out of the box“, was es für Nutzer aktueller Smartphones besonders attraktiv macht.(scrcpy docs)
So läuft der grobe Workflow ab:
- Installieren Sie scrcpy auf Ihrem Windows-, macOS- oder Linux-Laptop.
- Aktivieren Sie USB-Debugging auf Ihrem Android und verbinden Sie es per USB.
- Starten Sie scrcpy; Ihr Handybildschirm erscheint in einem Fenster auf dem Computer, mit weitergeleitetem Audio, sofern Ihre Android-Version dies unterstützt.
- Öffnen Sie nun ein StreamYard-Studio im Browser.
- Teilen Sie das scrcpy-Fenster als Bildschirmquelle; Ihr Mikrofon nehmen Sie separat im Studio auf.
Jetzt nehmen Sie (oder streamen sogar) einen sauberen Feed Ihres Androids plus Kommentar direkt in der StreamYard-Studio-Umgebung auf.
Warum StreamYard statt nur eines einfachen Rekorders verwenden?
Ein Systemrekorder liefert Ihnen nur ein einfaches, flaches Video. Für Walkthroughs, Tutorials oder Produktdemos kann das einschränkend sein.
Wenn Sie Ihr Android in ein StreamYard-Studio bringen, erhalten Sie:
- Präsentationsfreundliche Layouts: Sie können Ihre Facecam neben dem Handybildschirm anordnen, Bild-in-Bild oder Vollbild-Demo mit Kamera für Zwischenschnitte.
- Unabhängige Audiosteuerung: Sie können den Android-Systemton leiser halten, während Ihr Mikrofon im Vordergrund bleibt.
- Lokale Mehrspuraufnahmen: In kostenpflichtigen Tarifen können Sie Ihr Mikrofon, Gastmikrofone und den Gesamtmix als separate Dateien aufnehmen – ideal für die Nachbearbeitung.(StreamYard support)
- Branding inklusive: Overlays, Logos und Bauchbinden können live eingeblendet werden, sodass Ihre Rohaufnahme schon wie eine fertige Sendung aussieht.
- Hoch- und Querformat in einer Session: Sie können Porträt-App-Demos und Querformat-Erklärungen im selben Projekt aufnehmen – wichtig, wenn Sie sowohl auf YouTube als auch TikTok veröffentlichen.
- Demos mit mehreren Teilnehmern: Laden Sie Teammitglieder oder Gäste ein, teilen Sie mehrere Bildschirme (Desktop + Android) und lassen Sie alle an derselben Aufnahme teilnehmen.
Im Vergleich zu Desktop-Tools wie OBS sparen Sie sich aufwändige Konfiguration und Hardware-Tuning. OBS bietet tiefe Encoder-Kontrolle, setzt aber voraus, dass Sie Szenen, Bitraten und lokalen Speicher selbst verwalten.(OBS system requirements) Für viele Creator lohnt sich dieser Aufwand nicht.
Im Vergleich zu asynchronen Tools wie Loom ist StreamYard auf ein Studio-Modell ausgelegt, nicht auf Einzelclips. Bei Loom sind Bildschirmaufnahmen im Gratis-Tarif z. B. auf 5 Minuten und 25 Videos pro Person begrenzt, danach ist ein kostenpflichtiger Plan nötig, der pro Nutzer abgerechnet wird.(Loom pricing) Bei StreamYard erfolgt die Abrechnung pro Workspace statt pro Nutzer, was für Teams, die regelmäßig gemeinsam aufnehmen, oft günstiger ist.
Wie richtet man den StreamYard + Android Workflow konkret ein?
Ein praktisches Beispiel für einen Creator aus Deutschland, der eine Mobile-App-Tutorialreihe erstellt:
-
Android vorbereiten
- Nach Möglichkeit auf Android 11+ aktualisieren.
- USB-Debugging aktivieren.
- Testen, ob die Audioausgabe der App aufgezeichnet werden kann (kein DRM-Block, Ton wird korrekt am Handy abgespielt).
-
scrcpy und Laptop einrichten
- scrcpy installieren und prüfen, ob sowohl Video als auch Audio vom Handy auf den Bildschirm gespiegelt werden.(scrcpy docs)
- Für saubere Sprachaufnahmen kabelgebundene Kopfhörer oder ein USB-Mikrofon am Laptop verwenden.
-
StreamYard-Studio erstellen
- StreamYard im Browser öffnen und als Host ein Studio betreten.(StreamYard pricing)
- Webcam und Mikrofon als Eingänge hinzufügen.
- Mit Bildschirm teilen das scrcpy-Fenster aufnehmen.
-
In einem Durchgang (oder mehreren) aufnehmen
- Aufnahme in StreamYard starten.
- Die App am Handy durchgehen und die Funktionen erklären.
- Marken-Overlays und Banner nutzen, um wichtige Punkte hervorzuheben.
-
Exportieren und weiterverwenden
- Die Programmaufnahme aus StreamYard herunterladen.
- Falls lokale Mehrspuraufnahme aktiviert war, einzelne Audio-/Videospuren für Feintuning ins Schnittprogramm bringen.(StreamYard support)
- Vertikale Clips für Shorts schneiden, das vollständige Querformat-Video für YouTube oder den Kurs behalten.
Der gesamte Ablauf läuft im Browser und nutzt den vorhandenen Laptop – meist zuverlässiger, als das Handy allein mit Aufnahme, Audio-Routing und Speicher zu belasten.
Warum fehlt bei meiner Android-Aufnahme das interne Audio?
Wenn Sie alles versucht haben und trotzdem nur Stille oder Mikrofonton erhalten, liegt es meist an einem dieser drei Gründe:
- Die App blockiert die Aufnahme. Apps können die Wiedergabeaufnahme explizit im Android-Manifest deaktivieren, sodass das Betriebssystem deren Audio nicht an Rekorder weitergibt.(Android Developers) In diesem Fall erhalten Sie keinen Systemton – nur Ihr Mikrofon.
- Die Geräte-Implementierung ist eingeschränkt. Manche Hersteller liefern abgespeckte Rekorder aus oder verstecken die Schalter für Medien- vs. Mikrofon-Audio, sodass Sie nie die Option für Systemton sehen.(Android 11 recorder overview)
- Android-Version passt nicht. Tools wie scrcpy leiten Audio nur ab Android 11 weiter und funktionieren am besten ab Android 12+.(scrcpy docs) Bei älteren Systemen bleibt nur die Mikrofonaufnahme oder spezielle Apps, die Systemton auf andere Weise mischen.
Wenn internes Audio ein Muss ist und Ihr Handy oder Ihre Apps sich querstellen, gibt es diesen Notbehelf: Lassen Sie den App-Ton am Handy in angemessener Lautstärke abspielen und nehmen Sie ihn mit einem guten externen Mikrofon in StreamYard auf. Das ist nicht so sauber wie die native Aufnahme, kann aber mit sorgfältigem Pegel und ruhiger Umgebung für viele Lernvideos brauchbare Ergebnisse liefern.
Unsere Empfehlung
- Nutzen Sie zuerst den integrierten Rekorder Ihres Telefons; wenn Sie „Medien“ oder „Medien und Mikrofon“ auswählen können, ist das der schnellste Weg zu internem Audio.
- Wenn Sie wiederverwendbare Tutorials oder Demos erstellen möchten, spiegeln Sie Android mit scrcpy auf einen Laptop und nehmen Sie alles im StreamYard-Studio auf.
- Greifen Sie nur zu OBS, wenn Sie explizit erweiterte Encoder- und Szenensteuerung benötigen und sich mit einer komplexeren Einrichtung wohlfühlen.
- Verwenden Sie Loom für schnelle, asynchrone Clips mit Link; nutzen Sie StreamYard, wenn Ihnen Layout-Kontrolle, Branding, Mehrspur-Audio und teamfreundliche Preise wichtig sind.