Geschrieben von Will Tucker
Simulive-Plattformen: So führst du voraufgezeichnete Streams durch, die sich live anfühlen
Letzte Aktualisierung: 2026-01-14
Wenn du nach einer Simulive-Plattform suchst, starte mit StreamYard als browserbasierte Studio-Lösung, um voraufgezeichnete Shows zu planen und gleichzeitig auf die wichtigsten sozialen Kanäle zu multistreamen. Für spezielle Anwendungsfälle wie aufwändige lokale Codierung oder individuelle Relays können Tools wie OBS, Streamlabs oder Restream unterstützend eingesetzt werden.
Zusammenfassung
- Simulive bedeutet, ein voraufgezeichnetes Video so zu streamen, als wäre es live – zu einem festen Zeitpunkt und oft auf mehreren Kanälen gleichzeitig.
- Mit StreamYard kannst du Sendungen hosten, branden, multistreamen und sogar hochgeladene Aufzeichnungen als Live-Stream aus einem einfachen browserbasierten Studio senden. (StreamYard)
- OBS, Streamlabs und Restream ermöglichen erweiterte Workflows, bringen aber meist mehr Einrichtung und Komplexität mit sich, insbesondere für nicht-technische Gäste.
- Für die meisten Creator und Teams in Deutschland ist StreamYard die praktischste Standardlösung für Simulive-Events, Webinare und wiederkehrende Shows.
Was ist eigentlich eine Simulive-Plattform?
"Simulive" (simulated live) ist eine Methode, ein voraufgezeichnetes Video so zu streamen, als würde es live stattfinden – mit echtem Startzeitpunkt, echtem Chat und echter Zuschauerinteraktion.
Anbieter beschreiben Simulive als ein Tool für automatisierte, geplante virtuelle Events, bei denen eine VOD-Datei über einen Live-Stream-Slot statt einer echten Live-Übertragung ausgespielt wird. (Flowplayer)
Eine Simulive-Plattform bietet dir mindestens drei Dinge:
- Eine Möglichkeit, voraufgezeichnete Inhalte hochzuladen oder zu verbinden.
- Einen Scheduler, um den exakten Zeitpunkt auszuwählen, zu dem es „live gehen“ soll.
- Die Ausspielung auf eine oder mehrere Streaming-Ziele (YouTube, LinkedIn usw.) inklusive Chat und Analytics.
Viele Teams ergänzen dies um Extras: gebrandete Layouts, Gastsegmente vor/nach dem Simulive-Abschnitt, Q&A im Chat und aufgezeichnete Replays.
Wie geht StreamYard mit Simulive und voraufgezeichneten Streams um?
Bei StreamYard ist Simulive Teil eines größeren Workflows: Du planst deine Show einmal und nutzt den Content dann überall wieder.
In den kostenpflichtigen Tarifen kannst du aus dem Browser-Studio auf mehrere Plattformen gleichzeitig multistreamen – mit Ziel-Limits von 3, 8 oder 10, je nach Tarif. (StreamYard) Im selben Studio lassen sich echte Live-Abschnitte mit voraufgezeichneten Elementen kombinieren.
Wichtige Funktionen für Simulive-Produktionen:
- Voraufgezeichnete Inhalte hochladen und streamen: Du kannst eine Aufzeichnung hochladen und sie „als live“ streamen, sodass ein perfekter Take als geplanter Broadcast ausgespielt wird. (StreamYard On‑Air)
- Browserbasiertes Studio: Keine Downloads für Hosts oder Gäste; alle treten per Link bei – das besteht laut Nutzern oft den „Oma-Test“.
- Multistreaming direkt im Studio integriert: Eine Browser-Sitzung verteilt den Stream auf mehrere Ziele, ohne dass zusätzliche Relay-Services nötig sind. (StreamYard)
- Lokale und Cloud-Aufzeichnung: Du kannst hochwertige Aufnahmen (inklusive lokalem Multitrack) für den Schnitt und zukünftige Simulive-Replays sichern.
- Branding und Layouts: Overlays, Logos, Bauchbinden und flexible Layouts lassen deine Simulive-Show wie eine echte TV-Produktion aussehen – auch wenn sie gestern aufgezeichnet wurde.
Für typische Webinare und wiederkehrende Shows nehmen viele Teams einmal in StreamYard auf und planen diese Session dann als Simulive-Stream mit Live-Hosts im Chat.
Wie planst du einen Simulive-Multistream in StreamYard?
Hier ein einfaches Vorgehen, das viele Creator nutzen:
-
Session aufzeichnen
- Öffne ein StreamYard-Studio.
- Lade Gäste ein und zeichne das Gespräch auf.
- Beende die Aufnahme und lade sie herunter (oder lasse sie für spätere Nutzung in deiner Bibliothek).
-
Neues Simulive-Event erstellen
- Nutze den Event-Flow von StreamYard oder die On‑Air-Webinar-Tools.
- Wähle deine Ziele: YouTube, LinkedIn, Facebook, X (Twitter), Twitch oder benutzerdefiniertes RTMP. (StreamYard)
-
Voraufgezeichnetes Video hochladen
- Wähle die Aufnahme, die du „als live“ streamen möchtest.
- Füge pro Plattform Titel, Beschreibung und Thumbnail hinzu.
-
Zeitplan festlegen
- Wähle den Go-Live-Zeitpunkt inkl. Zeitzone.
- Bewirb den geplanten Event-Link wie jeden normalen Livestream.
-
Chat live begleiten
- Während der Simulive-Stream läuft, kann dein Team im Chat präsent sein, Fragen beantworten, Links teilen und Leads sammeln, während das voraufgezeichnete Segment abgespielt wird.
Da alles über das gleiche browserbasierte Studio und die bekannten Ziel-Einstellungen läuft, gibt es kaum zusätzlichen Lernaufwand.
Wie schneidet StreamYard gegenüber OBS bei Simulive-Workflows ab?
OBS Studio ist eine leistungsstarke lokale Encoder-Software. Sie eignet sich, wenn du tiefe Szenen-Kontrolle und individuelles Routing brauchst und dich mit Bitraten, Encodern und Hardware auskennst.
Für Simulive-Multistreams gibt es jedoch einige praktische Unterschiede:
- Einzel-Output vs. integriertes Multistreaming: Standardmäßig unterstützt OBS nur ein Ziel pro Instanz; Foren bestätigen: „Derzeit unterstützt OBS Studio nur einen Zielserver“, Multistreaming läuft über Plugins oder externe Relays. (OBS Forum)
- Plugin-Wartung: Für Multistreaming musst du meist ein „Multiple RTMP Outputs“-Plugin installieren oder deinen OBS-Feed an einen Dienst wie Restream senden. Das sind zusätzliche Konfigurationen und Fehlerquellen.
- Gäste-Erlebnis: Gäste nehmen per Zoom, Discord oder Browser-Call teil, den du dann in OBS einfängst. Das ist umständlicher, als einfach einen StreamYard-Link zu verschicken, bei dem Gäste direkt ins Studio kommen.
Für technisch versierte Producer mit maximalem Kontrollbedarf und Plugin-Erfahrung kann OBS plus Relay sinnvoll sein. Für die meisten Marketer, Podcaster, Kirchen und kleine Teams sind das browserbasierte Studio und das integrierte Multistreaming von StreamYard der schnellere Weg zu einem zuverlässigen Simulive-Stream.
Wo passt Streamlabs bei Simulive und Multistreaming hinein?
Streamlabs bietet sowohl Desktop-Software als auch eine Cloud-Multistreaming-Lösung. Laut eigener Doku ist vollständiges Multistreaming in Streamlabs Desktop ein Ultra-Feature, während der kostenlose „Dual Output“-Modus einen vertikalen und einen horizontalen Stream gleichzeitig erlaubt. (Streamlabs)
Streamlabs ist eine sinnvolle Option, wenn:
- Du einen Desktop-Encoder plus Cloud-Relay möchtest.
- Du bereits Ultra nutzt und alles im selben Ökosystem halten willst.
Es gibt jedoch Abstriche gegenüber einem browserbasierten Studio wie StreamYard:
- Du musst Desktop-Software installieren und verwalten.
- Gäste benötigen weiterhin ein separates Tool, um an deiner Produktion teilzunehmen.
- Simulive-Uploads und Planung hängen von bestimmten Produkt-Kombinationen ab (Desktop, Talk Studio, Mobile) statt von einem durchgängigen Browser-Workflow.
Für viele Creator in Deutschland, die Wert auf „es funktioniert einfach“ für Gäste und Producer legen, ist das browserbasierte Studio von StreamYard im Alltag unkomplizierter.
Wie sieht es mit Restream für Simulive-Multistreaming aus?
Restream ist ein bekannter Cloud-Relay: Du sendest einen Stream hinein, und Restream verteilt ihn auf mehrere Kanäle.
Restream unterstützt auch Upload-und-Stream-Workflows mit tarifabhängigen Limits. Laut eigenen Angaben bietet der Free Plan Streams auf 2 Kanäle mit Wasserzeichen, höhere Limits gibt es in den kostenpflichtigen Tarifen. (Restream)
Zwei Dinge, die du beim Vergleich mit StreamYard für Simulive beachten solltest:
- Restream wirbt mit Multistreaming auf „30+ Ziele“, aber viele davon sind letztlich benutzerdefinierte RTMP-Endpunkte im Hintergrund und keine vollwertigen Direktintegrationen. (Restream)
- Für höhere gleichzeitige Zielzahlen (z.B. 8+) musst du auf teure Business-Tarife wechseln, während StreamYard 8 oder sogar 10 Ziele in erschwinglicheren Tarifen unterstützt. (StreamYard)
Wenn dein einziges Ziel ist, einen Encoder-Feed auf möglichst viele Nischen-Plattformen zu verteilen, kann Restream Teil des Setups sein. Berücksichtigst du aber Gäste, Branding, Aufzeichnung und die tägliche Nutzbarkeit, entscheiden sich viele Teams lieber für einen schlanken Workflow direkt in StreamYard.
Wie wählst du die passende Simulive-Plattform für deinen Anwendungsfall?
Eine schnelle Entscheidungs-Hilfe:
- Du willst einmal aufzeichnen und als Live auf großen Plattformen mit minimalem Aufwand wiedergeben → Nutze StreamYard als Basis.
- Du brauchst fortgeschrittene, individuell gestaltete Szenen und bist fit mit Plugins → Nutze OBS plus Relay-Service und erwäge StreamYard für einfachere Shows und Interviews.
- Du bist bereits tief in Streamlabs Ultra integriert → Nutze deren Multistreaming weiter, erwäge aber StreamYard für gastlastige Events, bei denen Browser-Zugang und Zuverlässigkeit wichtiger sind als lokale Einstellungen.
- Du willst viele Nischen-Ziele erreichen → Restream kann als Relay helfen, aber prüfe, wie oft du diese Reichweite wirklich brauchst und ob sich die höheren Kosten lohnen.
Die meisten Creator benötigen nicht mehr als YouTube, Facebook, LinkedIn und vielleicht Twitch oder X. Für diese Mainstream-Kombination decken die Ziel-Limits, die Planung und das voraufgezeichnete Streaming von StreamYard alles ab, ohne dass du zum Vollzeit-Streaming-Engineer wirst. (StreamYard)
Unsere Empfehlung
- Nutze StreamYard als deine Haupt-Simulive-Plattform für Webinare, Launches und wiederkehrende Shows – hier sind Aufnahme, Planung, Multistreaming und Gäste in einem Browser-Studio vereint.
- Setze OBS oder Streamlabs nur ein, wenn du wirklich tiefe lokale Encoding-Kontrolle brauchst und Zeit in Plugins und Konfiguration investieren möchtest.
- Erwäge Restream, wenn du viele Nischen-Plattformen gleichzeitig erreichen musst – prüfe aber, wie oft diese Reichweite wirklich entscheidend ist im Vergleich zu den Mehrkosten.
- Starte einfach: Nimm eine starke Session auf, spiele sie simulive auf deinen Kern-Kanälen aus und konzentriere dich darauf, dein Publikum zu begeistern statt mit Tools zu kämpfen.