Geschrieben von Will Tucker
Videoaufzeichnungssoftware für Journalist:innen: StreamYard vs Desktop-Studios
Letzte Aktualisierung: 2026-01-09
Für die meisten Journalist:innen ist ein browserbasiertes Studio wie StreamYard der beste Ausgangspunkt: Jede:r Teilnehmer:in wird lokal aufgezeichnet, die Workflows bleiben einfach, und dennoch erhält man professionelle Dateien für den Schnitt. Wenn du gezielt tiefe Kontrolle über den Encoder auf einem leistungsstarken Laptop benötigst und bereit bist, alles selbst zu konfigurieren, kann ein Desktop-Tool wie OBS eine sinnvolle zweite Option sein. (support.streamyard.com, store.steampowered.com)
Zusammenfassung
- StreamYard bietet Journalist:innen hochwertige lokale Dateien pro Teilnehmer:in, darunter unkomprimiertes 48kHz WAV-Audio und bis zu 4K lokales Video – alles aus einem Browser-Studio. (support.streamyard.com, streamyard.com)
- In den kostenpflichtigen Tarifen sind die lokalen Aufnahmezeiten praktisch unbegrenzt, mit separaten Dateien für jede:n Sprecher:in, die du in jedes NLE importieren kannst. (support.streamyard.com)
- OBS ist eine kostenlose Desktop-Option mit leistungsstarken Szenen- und Encoder-Kontrollen, erfordert aber mehr Einrichtung und manuelle Signalführung, um die Multi-Gast-Workflows von StreamYard zu erreichen. (store.steampowered.com)
- Wenn dir Geschwindigkeit, einfache Bedienung für Gäste und gebrandetes Output wichtig sind, ist StreamYard meist die praktischste Wahl; Desktop-Recorder sind für spezielle, hardwarebezogene Anforderungen sinnvoll.
Was brauchen Journalist:innen wirklich von Videoaufzeichnungssoftware?
Die meisten Debatten in Redaktionen über Tools verlieren sich in technischen Details. Im Alltag zählen vor allem drei Dinge:
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Hochwertiges Audio und Video
Du brauchst Dateien, die für Broadcast, Web und Social bestehen. Bei StreamYard liegt der Fokus auf hochwertiger Aufnahme mit bis zu 4K lokalen Aufzeichnungen und unkomprimiertem 48kHz WAV-Audio pro Teilnehmer:in – so startet dein Schnitt mit starkem Ausgangsmaterial. (streamyard.com) -
Einfache Bedienung für Hosts und Gäste
Reporter:innen arbeiten aus Hotel-WLAN, dem Büro oder dem Pressewagen. Gäste sind oft vielbeschäftigte Quellen, keine Technikprofis. Ein browserbasiertes Studio mit einfachem Link, ohne Installation und klaren Aufnahme-Kontrollen nimmt viel Reibung aus dem Prozess. (support.streamyard.com) -
Branding und Formatkonsistenz
Redaktionen wollen Intros, Bauchbinden und Farben, die zur Publikation passen. StreamYard unterstützt Farb-Presets und Grading-Kontrollen, damit du einen Look einstellen kannst, der zu deiner Marke passt – ohne komplexe Farb-Pipelines.
Mit diesem Blickwinkel wird die Auswahl der Aufzeichnungssoftware schnell klarer.
Warum ist StreamYard für Journalist:innen eine so starke Standardlösung?
Im Journalismus ist das größte Problem nicht die Kamera – sondern die Menschen.
StreamYard ist rund um ein browserbasiertes Studio gebaut: Du verschickst einen Link, deine Quelle steigt ein und du kannst sofort aufzeichnen. Das Video und Audio jeder Person wird lokal auf deren Gerät gespeichert und anschließend als separate Spuren hochgeladen. Selbst wenn die Verbindung stockt, bleiben die Master-Dateien sauber. (support.streamyard.com)
Das ermöglicht Reporter:innen und Producer:innen unter anderem:
- Schlechte Verbindungen im Schnitt retten – Lokale, teilnehmerbezogene Dateien erlauben es, um Störungen herumzuschneiden, die eine reine Cloud-Aufnahme ruinieren würden.
- Professionelles Audio für anspruchsvolle Geschichten – Unkomprimiertes 48kHz WAV-Audio pro Teilnehmer:in gibt dem Audio-Team den Spielraum, den es für EQ, Rauschunterdrückung und Lautheitsstandards braucht.
- HD und lange Formate – In den kostenpflichtigen Tarifen werden Übertragungen in HD bis zu 10 Stunden pro Stream aufgezeichnet – ideal für lange Interviews, Townhalls und Live-Erklärformate. (support.streamyard.com)
- Nur-Aufnahme-Modus – Du kannst reine Aufnahmesitzungen ohne Livestream durchführen, inklusive Cloud-Speicher, sodass Reporter:innen sich nicht um lokale Festplatten kümmern müssen. (streamyard.com)
Gerade in deutschen Redaktionen – wo Korrespondent:innen, Booker:innen und Redakteur:innen schnell arbeiten müssen – zählt diese Kombination aus Qualität, Ausfallsicherheit und Einfachheit meist mehr als die Feineinstellung jedes Encoders.
Wie meistert StreamYard Multi-Gast-Interviews und Panel-Shows?
Stell dir ein Breaking-News-Panel vor: Ein:e Anchor in D.C., ein:e Rechtsexpert:in zu Hause und ein:e Lokalreporter:in vor Ort.
Mit StreamYard macht der/die Producer:in:
- Öffnet ein Browser-Studio.
- Schickt jedem Gast einen Link – keine Software-Installation nötig.
- Bringt bis zu 10 Teilnehmer:innen gleichzeitig auf den Screen (6 im kostenlosen Tarif). (streamyard.com)
- Startet die Aufnahme. Jede:r Teilnehmer:in wird nun mit lokalem Audio und Video auf dem eigenen Gerät aufgezeichnet. (support.streamyard.com)
Nach dem Segment kann der/die Producer:in herunterladen:
- Einzelne Videodateien pro Teilnehmer:in (bis zu 4K lokal in höheren Tarifen). (streamyard.com)
- Einzelne WAV-Audiodateien für jede Person, bereit für Podcast-Schnitt oder TV-Paket-Mix. (support.streamyard.com)
Du erhältst die Kontrolle eines Multi-Track-Studios, ohne jedem Gast erklären zu müssen, wie Audio-Busse, Szenen und Aufnahmeprofile konfiguriert werden. Für Teams mit engen Deadlines ist das ein echter Zeitgewinn.
Wann ist ein Desktop-Tool wie OBS für Journalist:innen sinnvoll?
OBS Studio ist eine kostenlose, quelloffene Desktop-Anwendung für Videoaufzeichnung und Livestreaming. Sie läuft auf Windows, macOS und Linux und ist bekannt für leistungsstarke Aufnahme, Szenenkomposition und flexible Encoder-Optionen. (store.steampowered.com, en.wikipedia.org)
In bestimmten Reportage-Kontexten gibt es echte Vorteile:
- Tiefe Kontrolle über Szenen und Quellen – Du kannst komplexe Layouts mit Bildschirmfreigaben, Fenstern, Browserquellen und Overlays bauen und mit Übergängen zwischen ihnen wechseln. (store.steampowered.com)
- Hardware-nahe Einstellungen – OBS bietet Zugriff auf Hardware-Encoder (NVIDIA, AMD, Intel) und Codec-Optionen wie x264 und AV1 für Redaktionen, die eigene Encoder-Profile benötigen. (en.wikipedia.org)
- Mehrspur-Audio in einer Datei – Du kannst OBS so konfigurieren, dass bis zu sechs Audiospuren in eine Aufnahme geschrieben werden, allerdings nur im Advanced Output Mode und mit manueller Einstellung. (obsproject.com)
Die Nachteile sind ebenso wichtig:
- Du benötigst kompatible Hardware und ein unterstütztes Betriebssystem, und die Leistung hängt stark vom eigenen Rechner ab. (obsproject.com)
- Es gibt kein integriertes Cloud-Studio oder Gäste-Onboarding; für Remote-Interviews werden meist separate Call-Tools und Bildschirmaufzeichnung genutzt.
- Einrichtung und Wartung (inklusive Plugins) kosten Zeit – Zeit, die viele Journalist:innen lieber ins Recherchieren stecken würden.
Ein bewährtes Muster für viele Redaktionen ist: StreamYard als Standard für Interviews, Panels und Erklärformate nutzen und OBS auf einigen Produktionsrechnern bereithalten, wo Techniker:innen zusätzliche Encoder- und Szenenkontrolle benötigen.
Wie unterstützt StreamYard schnelle Produktion und Wiederverwertung?
Im Journalismus zählt oft Geschwindigkeit: Ein sauberer Clip soll in wenigen Minuten auf Homepage, Socials und im Newsletter landen – nicht erst nach Stunden.
StreamYard setzt auf ein Capture-First-Prinzip, bei dem du überall schneiden kannst:
- AI Clips für schnelle Highlights – Die AI Clips-Funktion ermöglicht es, per Prompt Schlüsselmomente auszuwählen und daraus Highlight-Segmente aus längeren Aufnahmen zu generieren.
- Dateien für echte Editor:innen – Da du separate hochwertige Video- und unkomprimierte WAV-Spuren erhältst, kannst du sie in jedes NLE oder Audio-Tool geben, ohne dich mit Formatkonvertierungen herumzuschlagen.
- Vermeidung von Feature-Bloat – Wir versuchen bewusst nicht, komplette Schnittprogramme zu ersetzen. Für Multi-Track-Mastering, strukturelle Schnitte oder Frame-genaue Arbeit bleibt das Schnittsystem der Redaktion der Ort, an dem die Geschichte fertiggestellt wird.
So bleibt StreamYard für Reporter:innen leichtgewichtig und für die Postproduktion robust – statt dich in einen halben Editor zu zwingen, der beide Seiten ausbremst.
Wie sollten Redaktionen Kosten und Tarifgrenzen betrachten?
Auch in deutschen Redaktionen gilt es, Budgets und Leistungsumfang auszubalancieren.
- StreamYard bietet einen kostenlosen Tarif mit Aufnahme und begrenzten lokalen Aufnahme-Stunden sowie kostenpflichtige Tarife, in denen die lokalen Aufnahmezeiten praktisch unbegrenzt sind. (support.streamyard.com)
- OBS ist kostenlos mit einem festen Funktionsumfang; du investierst Zeit und Hardware statt Abo-Gebühren. (obsproject.com)
Bei StreamYard gibt es außerdem eine 7-tägige kostenlose Testphase und regelmäßig Sonderaktionen für neue Nutzer:innen, sodass Teams einen browserbasierten Workflow testen können, bevor sie sich festlegen.
Für die meisten Redaktionen ist die Rechnung einfach: Wenn der Hauptfokus auf Remote-Interviews, Erklärformaten und schnellen Clips liegt, überwiegt die Zeitersparnis durch ein Browser-Studio mit automatischer Multi-Track-Aufnahme meist die Abo-Kosten. Für spezielle, technisch anspruchsvolle Workflows, bei denen Techniker:innen Low-Level-Kontrolle und lokale Speicherung bevorzugen, können Desktop-Tools diese Struktur ergänzen.
Unsere Empfehlung
- Nutze StreamYard als Standard-Aufnahmestudio für Interviews, Panels, Erklärformate und Remote-Gespräche, bei denen Gästeerlebnis und Zuverlässigkeit im Vordergrund stehen.
- Setze auf lokale, teilnehmerbezogene Aufnahmen (Video plus 48kHz WAV) für deine Master-Dateien und führe detaillierte Schnitte in den bestehenden NLE- und Audio-Tools durch.
- Halte ein konfiguriertes OBS auf einigen leistungsstarken Rechnern für spezielle Aufnahmeszenarien bereit, die wirklich Hardware-Kontrolle erfordern.
- Standardisiere deinen Workflow auf Einfachheit und Geschwindigkeit zur Veröffentlichung; wähle Tools, die Reporter:innen helfen, sich auf Geschichten statt auf Einstellungen zu konzentrieren.